Einkaufen Kochen

Kägi kocht

for english, scroll down.

Das 1. Exemplar.
So schön.
Herzlichen Dank, allen, die mitgeholfen haben:
Urs Hunziker, vom AT-Verlag, für Deine jahrelange Überzeugungsarbeit.
Du hast immer daran geglaubt.
Lukas Lienhard, für Deine grossartigen Bilder.
Lea R. Fischlin, Romy Strasser, Carole Kambli, für Eure grafischen und konzeptionellen Ideen und deren Umsetzung.
Christian Seiler, für Dein treffliches Vorwort, wie habe ich mich wiedererkannt!
Jost auf der Maur, für Dein wunderbares Schlusswort.
Claudio Sacchi, Sonja Huwiler, für Eure Cocktail-Kreativität.
Marco Guldimann, für Deine Messerschmiede-Kunst.
Fabio Müller für Dein Herz für glückliche Tiere.
Tanja Grandits, Heiko Nieder, Andreas Caminada, Stefan Heilemann, Sylvan Müller & Viktor Giacobbo, für Eure aufmunternden Freundes-Worte.

Ein Leben für den guten Geschmack

Lange wollte ich nichts davon wissen. Wie der Pflug den nassen Schnee so schob ich die Gedanken daran zur Seite. Ich, ein Kochbuch? Ausreden, es bleiben zu lassen, fand ich mühelos: Zuviel Aufwand. Zweifel, wer denn Rezepte und Koch-Philosophien von einem Mechaniker, Bar-Betreiber und Weinhändler lesen und kochen will. Kochbücher, die schreiben andere. Richtige, gestandene Köche mit einem eigenen Restaurant. Die Kräuter und Zwiebeln in einem atemraubenden Tempo schneiden und dir dabei auch noch die Welt erklären. Aber was mich wohl am meisten davon abhielt: Einen passenden Titel finden.


Menschen, die mich zu einem Buch motivieren wollten, gab es allerdings immer genug – und mit dem Start eines Online-Rezepte-Projekts vor vier Jahren fand ich mich plötzlich in der Rolle eines Botschafters des guten Geschmacks wieder. Mit einem stetig wachsenden Publikum, das – für mich etwas überraschend – immer mehr Gefallen daran fand, was wir zeigten und all die Gerichte auch fleissig nachkochten.


Ich koche, weil ich gerne koche und noch lieber gut esse. Ich wusste schon als Kind, dass ich mein Essen immer selber kochen würde. Unabhängig von launischen Partnerinnen und überambitionierten Köchen oder Köchen, die nur kochen, weil die triste Notwendigkeit des Geldverdienens sie dazu zwingt. Ich koche seit Teenagerzeiten, fast jeden Tag. Meistens ganz simpel, mit wenigen Zutaten. Manchmal, für Freunde und Familie, auch einmal aufwendiger. Für einen festlichen Anlass darf es sogar richtig feudal zugehen. Ich koche, worauf ich Lust habe, respektiere aber immer das Angebot der Jahreszeiten. Tut man das, ist man dem anderen, wichtigen Prinzip einer Kochphilosophie, der Berücksichtigung des regionalen  Angebotes, schon sehr nahe. Weiter bin ich in der glücklichen Lage, mich nicht aufgrund von Unverträglichkeiten oder gar heiklem Getue einschränken zu müssen.


Als Autodidakt auferlege ich mir wenig Regeln. Der italienischen Küche verfallen, ist sie die Basis sehr vieler der Rezepte in meinem Buch. Ihre brillante Einfachheit ist unerreicht. Doch auf meinen unzähligen Reisen lernte ich weitere Küchen schätzen, so finden sich auch asiatische und kalifornische Einflüsse in meinen Rezepten. Die Kreativität beim Kochen macht für mich nicht halt vor Landesgrenzen. Zuoberst steht immer die Qualität. Aus mittelmässigen Produkten entstehen keine grossartigen Gerichte. Deren Beschaffung gilt deshalb genau so viel Aufmerksamkeit wie ihrer Zubereitung. Jeder kann lernen, was ein gutes Produkt ausmacht. Wie fühlt sich etwas an, wie sieht es aus? Wie riecht es und wie schmeckt das?

Kochen heisst aber weit mehr, als Garstufen und Backzeiten zu beherrschen. Wie können wir etwa den Eigengeschmack eines Produkts verstärken – oder wie erzeugen wir Harmonie zu anderen Zutaten? Oft braucht es nur ganz wenig dazu. Einen Spritzer frisch gepressten Zitronensaft, dieser unerwartete Biss in eine Salzkaper, oder die olfaktorische Strenge eines gereiften Bergkäses. Schon verändert sich der gesamte Aromabogen eines Gerichtes. Wer nicht ausprobiert, versagt sich vieles. Kochen heisst auch, offen für Neues zu sein.


Mein Leben dreht sich schon sehr lange ums Essen und Trinken, es war – rückblickend gesehen – wohl eine unaufhaltsame Entwicklung, dass ich der wurde, der ich heute bin. Danach ausgesehen hat es anfangs allerdings gar nicht. Ich lernte Maschinenmechaniker und eröffnete mit einem Kumpel einen Nachtclub. Es ging schief, unsere Skrupel waren zu gross, die Stripperinnen zu zwingen, mehr Geld zu machen. Die Schulden erdrückten uns, beinahe hauten wir mit falschem Bart ab nach Brasilien. Doch wir starteten neu mit einer Musik-Bar und hatten Erfolg. Ich mixte Drinks, briet Hamburger, gab den DJ und musste als Türsteher ab und zu jemandem eine reinhauen.


Tagsüber baute ich mein Wissen übers Essen aus und eröffnete eine Weinhandlung. Nach zehn Jahren stieg ich aus allem aus und reiste nach Australien, um richtig Englisch zu lernen. Nebenbei habe ich geheiratet und wurde zweimal Vater, aber das Familienleben war nichts für einen Mann wie mich. Zurück in der Schweiz heuerte ich im Management der Movie-Restaurant-Kette an, sie gehörte damals dem Globus. Schliesslich köderten sie mich für den Einkäufer-Job in der «Delicatessa». Daraus wurde dann der Foodscout und Globus-Botschafter. Dazu gehört neben der weltweiten Suche nach neuen Produkten das Ausrichten von Essen für Kunden, Kochkurse geben und die Arbeit für unseren Rezepte-Online-Kanal. Nebenbei organisiere ich noch Gourmet-Reisen in alle Welt.


Doch meine Zeit bei Globus ist abgelaufen, neue, spannende Projekte rufen. Jetzt eben mein erstes Kochbuch. Die Suche nach dem passenden Titel, sie endete spät, doch befreiend einfach: Wir hatten die meisten Fotos für das Buch schon im Kasten. Carole, die Liebe meines Lebens, die auch viel zum Konzept des Buches beigetragen hat, rief beim Betrachten der Fotos: «Der Kägi, wie er leibt und lebt und vor allem kocht! Nenn es doch so. Kägi kocht». Alles weitere ist Geschichte. Er vermittelt die maximale Reduktion auf das Wesentliche, den Geschmack. Dabei darf es auch einmal wild aussehen auf dem Teller oder einmal eine Zutat ausgetauscht werden. Denn Kochen ist Evolution, ein Rezept kann eine Richtung vorgeben, die Kreativität anstossen. Kochen soll uns aber auch Demut lehren, Achtung vor guten Produkten und vor den Menschen, die keine Mühe scheuen, sie für uns herzustellen. Das ist viel wichtiger als mit der Pinzette kunstvoll aufgeschichtete Gerichte auf den Tellern.


Angefangen hat alles mit meiner Mutter. Sie kochte, weil sie unsere Familie satt machen musste. Bei uns gab es immer genug zu essen, manchmal aber nicht viel mehr. So haben wir uns als Kinder oft das Essen von den Tellern geklaut, wobei meine Schwester den Kampf stets verlor. Doch meine Mutter zeigte uns auch, dass es gar nicht viel braucht für eine gute Mahlzeit. Mit den Spezialitäten ihrer Salzburger Heimat weckte sie gute Erinnerungen und schuf Verbundenheit. Ich habe ihre Küche geliebt, gerade wegen ihrer Einfachheit. Nicht zuletzt habe ich durch meine Mutter gelernt, sorgsam mit Lebensmitteln umzugehen. Sie war auf grosszügige Weise eine sparsame Frau. Ihr widme ich dieses Buch.

340 Seiten
über 200 Rezepte

Out Now.

Und schon die 1. Rezension:https://bellevue.nzz.ch/…/drei-rezepte-aus-dem-neuen…


Kägi kocht !!
A Book.

Now it is here – my heart project!

The first copy.
So beautiful.
Many thanks to all who have me support::
Urs Hunziker, from AT-Verlag, for your years of persuasion.
You have always believed in it.
Lukas Lienhard, for your great pictures.
Lea R. Fischlin, Romy Strasser, Carole Kambli, for your graphic and conceptual ideas and their implementation.
Christian Seiler, for your excellent foreword, how did I recognize myself!
Jost auf der Maur, for your wonderful closing words.
Claudio Sacchi, Sonja Huwiler, for your cocktail creativity.
Marco Guldimann, for your cutlery.
Fabio Müller for your heart for happy animals.
Tanja Grandits, Heiko Nieder, Andreas Caminada, Stefan Heilemann, Sylvan Müller & Viktor Giacobbo, for your encouraging words of friendship.

A life for good taste

For a long time I did not want to know anything about it. Like the plough on the wet snow, I pushed the thoughts of it aside. Me, a cookery book? I found excuses to leave it alone effortlessly: too much effort. Doubts who would want to read and cook recipes and cooking philosophies from a mechanic, bar owner and wine merchant. Cookbooks that others write. Real, seasoned chefs with their own restaurant. Cutting the herbs and onions at a breathtaking pace and explaining the world to you. But what probably stopped me the most Finding a suitable title.

But there were always enough people who wanted to motivate me to write a book – and with the start of an online recipe project four years ago, I suddenly found myself in the role of an ambassador of good taste. With a steadily growing audience, which – somewhat surprisingly for me – was increasingly enjoying what we were showing and was also busy cooking all the dishes.

I cook because I love to cook and even more I love to eat well. Even as a child I knew that I would always cook my own food. Independent of capricious partners and overambitious cooks or cooks who only cook because the sad necessity of making money forces them to. I have been cooking since my teenage years, almost every day. Mostly quite simple, with few ingredients. Sometimes, for friends and family, sometimes more elaborate. For a festive occasion it can even be really feudal. I cook whatever I feel like, but I always respect what the seasons have to offer. If you do that, you are already very close to the other important principle of a cooking philosophy, the consideration of the regional offer. Furthermore, I am in the fortunate position of not having to limit myself because of incompatibilities or even awkward fuss.

As an autodidact I impose few rules on myself. Being addicted to Italian cuisine, it is the basis of many of the recipes in my book. Its brilliant simplicity is unmatched. But on my countless travels I have come to appreciate other cuisines, and Asian and Californian influences can also be found in my recipes. For me, creativity in cooking does not stop at national borders. Quality always comes first. Mediocre products do not make great dishes. That’s why I pay as much attention to their procurement as to their preparation. Everyone can learn what makes a good product. How does something feel, how does it look like? How does it smell and taste?

But cooking means much more than mastering the cooking stages and baking times. How can we enhance the taste of a product – or how do we create harmony with other ingredients? Often it takes very little to do so. A splash of freshly squeezed lemon juice, that unexpected bite into a salt caper, or the olfactory strictness of a mature mountain cheese. The entire aroma of a dish is already changing. If you don’t try it, you will fail yourself a lot. Cooking also means being open to new things.

My life has been revolving around eating and drinking for a very long time. Looking back, it was probably an unstoppable development that I became who I am today. But it didn’t look like that at first. I trained as a machine mechanic and opened a nightclub with a buddy. It went wrong, our scruples were too great to force the strippers to make more money. The debts crushed us, we almost ran off to Brazil with a fake beard. But we started again with a music bar and were successful. I mixed drinks, cooked hamburgers, gave the DJ and had to hit someone as a bouncer every now and then.

During the day I expanded my knowledge of food and opened a wine shop. After ten years I got out of everything and went to Australia to learn English properly. Besides, I got married and became a father twice, but family life was not for a man like me.

Back in Switzerland, I joined the management of the Movie Restaurant chain, which at that time belonged to the Globe. Eventually they lured me into the purchasing job in the „Delicatessa“. This then became the food scout and Globus ambassador. Besides the worldwide search for new products, this includes organising food for customers, giving cooking courses and working for our recipes online channel. On the side I also organise gourmet trips all over the world.

But my time at Globus is over, new and exciting projects are calling. Just now my first cookbook. The search for a suitable title ended late, but liberatingly simple: we had most of the photos for the book already in the can. Carole, the love of my life, who also contributed a lot to the concept of the book, called out when looking at the photos: „The Kägi, as he lives and breathes and above all cooks! Call it that. Kägi cooks“. Everything else is history. It conveys the maximum reduction to the essential, the taste. It may even look wild on the plate or an ingredient may be replaced. After all, cooking is evolution, a recipe can set a direction that stimulates creativity. But cooking should also teach us humility, respect for good products and for the people who spare no effort to make them for us. This is much more important than using tweezers to arrange artistically layered dishes on plates.

It all started with my mother. She cooked because she had to feed our family. We always had enough food, but sometimes not much more. So as children we often stole food from our plates, and my sister always lost the fight. But my mother also showed us that it doesn’t take much to make a good meal. With the specialities of her Salzburg homeland, she awakened good memories and created solidarity. I loved her cuisine, precisely because of its simplicity. Last but not least, my mother taught me how to handle food with care. She was a frugal woman in a generous way. I dedicate this book to her.

340 pages
over 200 recipes

Out Now.

And already there is the first review:
https://bellevue.nzz.ch/…/drei-rezepte-aus-dem-neuen…

0 Kommentare zu “Kägi kocht

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: