Schreiben

NZZ: Richards Welt

Erst kommt das Fressen

Der Autor trifft Alfred, ein Wollschwein, dessen Bauch er an seinem Geburtstagsessen zubereiten wird. Ein faktennahes Gespräch.
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Richard Kägi: Hallo Alfred, es ist mir ein wenig peinlich, dass…

Alfred, das Wollschwein (unterbricht): Du meinst, weil du mein bestes Stück essen wirst? Kein Ding, das hat bei uns eine andere Bedeutung als bei euch Jungs.

Äh, nein, aber wir plaudern hier bei Äpfeln und hartem Brot, und uns beiden ist bewusst, wie die Geschichte ausgehen wird. Fatal für dich, wunderbar für mich. Bestimmt bist du mir gram?

Ach was. Hampi (der Bauer, also Alfreds Boss, die Red.) hat uns schon beizeiten darauf vorbereitet. Das Leben bei ihm ist zwar kein Rübenschlecken, aber so gut wie wir hat es kaum ein Schwein. Wir leben in einer Art Symbiose mit Hampi. Obwohl er gar nie Schweine wollte. Seine steilen Hänge oberhalb des Walensees sind mit keiner Maschine zu bewirtschaften, nur wir Wollschweine werden mit all dem Gestrüpp fertig. Dafür dürfen wir den Boden komplett umgraben und finden immer wieder neue Stellen mit würzigen Kräutlein. Deren Aromen findest du in meinem Bauchfett wieder, freu dich darauf!

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